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Mit moderner Technik auf der letzten Meile.

Lesedauer: 10 Minuten
Für Geschäftsführer, IT-Leiter und Logistiker

Logistikprozesse entscheiden sich auf der letzten Meile. Dieser allerletzte Schritt in der Lieferkette bestimmt über Erfolg oder Scheitern auf dem Markt. Viele Faktoren spielen dabei eine entscheidende Rolle – intelligente Planung, Bedürfnisse der Endverbraucher, schnelle Abwicklung und fehlerfreier übertrag der Daten. Am Beispiel der Getränkelogistik wird deutlich, wie wichtig dieser Abschnitt innerhalb der Prozesskette ist.

Ein hartes Geschäft

Es wird künftig kaum mehr möglich sein, dem Wettbewerb standzuhalten, wenn hierbei nicht auch noch der letzte Schritt in den Prozessketten digitalisiert wird. Der Kosten- und Zeitdruck auf der letzten Meile steigt permanent und die Logistiker haben immer weniger Spielraum zur Optimierung. Daher gilt es besonders, einen ganz genauen Blick auf diese entscheidende Meile zu werfen und alle dort stattfindenden Abläufe kritisch zu betrachten und gegebenenfalls zu optimieren.

Der Fahrer - ein entscheidender Faktor

Im Bereich der Getränkelogistik besteht diese letzte Meile freilich nicht nur aus ihr selbst. Der letzte Lieferschritt – also die Auslieferung von Waren an verschiedenen Haltepunkten einer Tour – muss ganzheitlich als „letzte Meile“ betrachtet werden. Die Planung kann noch so gut sein – auf der letzten Meile drohen Störfaktoren, die die beste Disposition zunichtemachen können: übermäßiger Stadtverkehr, individuelle Bedürfnisse des Endabnehmers und andere unvorhersehbare Szenarien. Dabei ist der Fahrer das Zünglein an der Waage. Ihm kommt eine entscheidende Rolle im Auslieferungsprozess zu. Er ist quasi der Jockey im Logistikrennen. Er liefert nicht nur die Ware aus, sondern ist auch Routenoptimierer, Kundenversteher, Abrechner, Beziehungspfleger und vieles mehr. Und dabei immer korrekt, verlässlich, schnell und genau. Doch wie soll der einzelne Fahrer einer Flotte jederzeit diesem enormen Erwartungsdruck entsprechen? Ohne das richtige Handwerkszeug ist das kaum machbar. Dieses Dilemma wird Unternehmen zunehmend bewusst. Die Digitalisierung von vermeintlich komplizierten Prozessschritten in der Auslieferungskette ist hier eine Antwort. Auslieferungskette ist hier eine Antwort.

So hat commsult, Spezialist für mobile Software in Unternehmensprozessen, exemplarisch Anwender ihrer Branchenlösung „Ontego GL“ in der Getränkewirtschaft gefragt, was sie wollen und was sich verbessern muss. Die Antworten sind vielschichtig: „Ich will dokumentieren können, welche Abladebedingungen ich manchmal bei Kunden vorfinde“ oder „keine lästigen Nachfragen von der Rückerfassung“ sind nur zwei der Wünsche der befragten Fahrer. Der Vertriebsbeauftragte sagt: „Ich will wissen, was sich täglich beim Kunden abspielt. Sind die Abladebedingungen schlecht oder gibt es andere Probleme? Das könnte in der nächsten Verhandlung sinnvoll sein.“ Und der Logistikleiter betont: „Standzeiten müssen permanent verringert werden, ebenso die Tourenplanung, hier kann ich viel rausholen. Mein Problem sind aber die vielen verschiedenen Geschäftsprozesse, wir brauchen eine flexible IT.“

Warten auf das Internet der Dinge?

Neue Verkehrskonzepte, die auf weitgehend autonomen LKW, Robotern oder Drohnen basieren, setzen eine Logistikrevolution voraus. Gesetze müssen angepasst werden, Verkehrswege geprüft und ganze Unternehmen vollständig digitalisiert werden. Ein weiter Weg und für viele ein Grund, das Thema auf übermorgen zu vertagen. Doch ein Großteil der auftretenden Schwierigkeiten könnte ganz einfach vermieden werden. Das Smartphone ist das digitale Werkzeug der Stunde. Und es gibt mobile Lösungen für genau diese Logistikprozesse in der Getränkebranche, die viele der geäußerten Wünsche der beteiligten Personen schon heute erfüllen.

Welche Schritte muss ein Unternehmen gehen, um dem genannten Dilemma zu entkommen? Auf den Punkt gebracht: Es muss Datendurchgängigkeit gewährleisten, Rückerfassung abschaffen, Prozessdetails nutzen, Absicherung bedenken, Standzeiten analysieren, Transparenz herstellen und die Fahrer einbeziehen. Klingt einfach, ist es auch. Aber was heißt das nun im Detail?

Gut abgebildete Prozesse in SAP bilden die Basis, damit am Ende das volle Potenzial genutzt wird. Mit dem Ziel, Medienbrüche konsequent zu vermeiden und vollautomatische Schnittstellen zu schaffen, kann eine optimale Datendurchgängigkeit gewährleistet werden. Ebenso ist die Routenplanung und -optimierung von entscheidender Bedeutung für die Disposition.

Immer wieder gibt es trotz des Einsatzes von mobilen Endgeräten eine manuelle Rückerfassung von Daten. Die Gründe dafür sind vielfältig, vielerorts erschien es Unternehmen schlichtweg zu kompliziert, Prozesse bis ins letzte Detail zu digitalisieren. Doch die Mitarbeiter im Innendienst können viel sinnvoller eingesetzt werden als zum Abtippen von Lieferscheinen und Quittungen. Fällt dieser Aufwand weg, entstehen auch weniger Fehler und Rückfragen bei der Disposition und den Fahrern.

Spezialitäten der Branche aktiv angehen

Die Prozesse in der Getränkewirtschaft sind beispielsweise im Bereich des Leergut- Handlings komplex. Jedes Unternehmen entscheidet individuell, welche Daten besonders wertvoll sind. Das können Fotonachweise für die Dokumentation schwieriger Abladebedingungen oder von kaputten Gebinden (Bruchware) sein, die bisher nicht auf die Kunden umgelegt werden können. Auch liegen erhebliche Potenziale in den weiteren Spezialitäten der Branche, wie sich bei der Abwicklung von Heimdienstoder Abholergeschäft zeigt.

Bei Standzeiten, Abladezeiten und Störzeiten lohnt sich die Big-Data-„Sammelwut“. Die Verfolgung von Stopps einer Auslieferungstour deckt Optimierungspotenziale auf. Die Daten dafür kommen per GPS-Koordinaten, können aber durch direkte Aktionen des Fahrers in einer mobilen Anwendung erfasst werden. Sie sind dann für vielfältige Verwendungen im SAP oder einem Tourenplanungssystem verfügbar. An dieser Stelle finden sich oft Skeptiker bestätigt, die den Unternehmen dann überwachung unterstellen und damit die Mitarbeiter – allen voran die Fahrer – unnötig verunsichern. Hier heißt es Transparenz zeigen. Die gesammelten Daten können über intelligente Auswertungen gemeinsam zwischen Disponent und Fahrer ausgewertet werden. Die gesammelten Daten werden also sichtbar und der Fahrer erkennt, wie ihm diese Daten bei der täglichen Arbeit helfen.

Unternehmen der Getränkewirtschaft können diesen Dialog aktiv moderieren, wenn sie den Fahrer als einen entscheidenden Faktor einschätzen. Das gilt natürlich auch für die Auswahl der Werkzeuge. Wird eine neue mobile Softwarelösung eingeführt, sollten sie mitentscheiden dürfen. Es gibt viele passende Endgeräte in jeder Preisklasse. Und mit einer guten Benutzeroberfläche und einfachem Handling wird eine hohe Akzeptanz wie von selbst geschaffen.

Nachhaltiges Mobility-Konzept

Strategien für mobile Anwender sahen in den letzten Jahren das Konzept des „Bring your own device“ oft weit vorne. Doch das ist zu kurz gegriffen. Das zunächst vielversprechend klingende Konzept – Investitionen können gespart, Softwareverteilung sogar über halböffentliche Stores erledigt werden – hat sich bei Logistikanwendungen bisher nicht durchsetzen können. Warum? Das mobile Endgerät ist ein Arbeitsgerät wie jedes andere auch und unterliegt gewissen Rahmenbedingungen. Das Management eines Endgerätezoos übersteigt die Kapazitäten der meisten Unternehmen der Branche. Zweifelsfrei hat der Schutz von Daten nach wie vor höchste Priorität und ist mittlerweile auch nicht mehr schwierig sicherzustellen. Leistungsfähige Mobile-Device- Managementsysteme, ob von SAP selbst, von Drittanbietern oder Endgeräteherstellern, sind mit überschaubarem Investitionsaufwand implementierbar. Mit ihnen lassen sich auch fast nebenbei die Bedenken bezüglich der Zweckentfremdung des Firmen- Smartphones zerstreuen. Denn die Sperrung von Funktionen auf App-Ebene ist ohne weiteres möglich und gehört zum Standard.

In einem abschließenden Blick auf SAP selbst zeigt sich: mit dem Direct-toStore-Delivery- Modul wurde ein Weg in die Zukunft des digitalisierten Handels eingeschlagen. über entsprechende Bausteine lassen sich mobile Anwendungen – wie Ontego GL – individuell anbinden, das hat SAP gleich mit bedacht. Jedoch geht es auch ohne. Viele Unternehmen setzen nach wie vor auf das klassische „SD“-Modul und fahren – im wahrsten Sinne des Wortes – sehr gut damit. Für die Digitalisierung der Branche zählt vor allem das Verständnis für das Smartphone als Werkzeug des Fahrers. So können sie im immer härter werdenden Wettbewerb untereinander und gegen neue, vollkommen digitale Player wie Amazon oder die vielen Delivery Startups bestehen.

Dieser Text erschien auch im SAPPORT Magazin Ausgabe 10/2017.


Holger Wermke

...ist Sales Engineer bei der commsult AG, ist viel unterwegs und kennt die Herausforderungen der Getränkebranche bestens.

holger.wermke@commsult.de