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Lesedauer: 12 Minuten
Für Logistiker, Geschäftsführer & Controller

Mobile Anwendungen gehören zum Standard-Rüstzeug der Prozessoptimierung, nicht nur in der Logistik. Im letzten Jahrzehnt stiegen sowohl die Anzahl als auch die Komplexität der eingesetzten IT-Lösungen, ob auf Handhelds, Smartwatches, Glasses oder Tablets. In diesem Artikel werden ein paar Anregungen und Beispiele gegeben, wie man durch den vermeintlichen Dschungel von Endgeräten und Software-Optionen navigieren kann und worauf es im Hinblick auf eine erfolgreiche Einführung von mobilen Anwendungen im Kontext innerbetrieblicher Logistik ankommt.

Ganzheitlich vorgehen

Beim Blick auf Anbieter von Auto-ID-Lösungen entsteht schnell der Eindruck, es gäbe für jeden Prozess auch ein spezifisches Gerät und eine dazugehörige Software-Lösung. Das ist in einigen Fällen natürlich angebracht, z.B. dort, wo Pick-by-Voice für erhebliche Optimierungen in der Kommissionierung sorgt, wie beim klassischen Versand- Dienstleistern. Im Intralogistik-Umfeld mittelständischer Unternehmen entstehen hier oft Insellösungen, bei denen für vergleichsweise wenig Mitarbeiter verschiedene Werkzeuge eingesetzt werden. Für die Inventur ein einfacher Scanner, der schlicht Mengen zählt und zurückmeldet. Für die Kommissionierung eine Pick-by-Voice Lösung und für den Wareneingang mobile Geräte mit Pistolengriff und integriertem Scanner. Keine Seltenheit in der heutigen Unternehmensrealität.

Gerade für Intralogistiker lohnt ein genauer Blick auf das Zusammenspiel der Lösungen und Prozesse. Heutige mobile Industriegeräte können viele Funktionen in sich vereinen. Verschiedene App-Funktionen, die alle den gleichen Nutzungsprinzipien folgen, bieten Kostenreduktion in Schulungs- und Organisationaufwand. Mitarbeiter und externe Helfer können flexibler eingesetzt werden, sobald sie einmal in Berührung mit „der Logistik-App“ des Unternehmens gekommen sind. Die IT-Werkzeuge sollten es Generalisten ermöglichen, ohne große Vorkenntnisse oder andere Rüstzeiten produktiv arbeiten zu können. Doch Vorsicht: die allumfassende Lösung will auch an einigen Stellen eingeschränkt werden. Einzelne Prozesse dürfen durchaus Inseln hervorrufen, wenn sie auch isoliert hohe Optimierungen zu einem vertretbaren Aufwand versprechen.

Alle Aspekte sollten berücksichtigt werden

Spezialfälle bedenken

Während viel auf die 90% der Vorgänge geachtet wird, die am häufigsten vorkommen und möglichst schnell zu erledigen sind, geht es zukünftig noch stärker um eine optimale Unterstützung der Mitarbeiter bezüglich der restlichen Prozente. Ein gutes Beispiel ist hier der Wareneingang. Aufgrund von fehlerhaften Lieferscheinen, falschen Barcodes oder schlicht Unlesbarkeit wegen Verschmutzung versagt hier immer wieder der schnelle Scan. Hier helfen Funktionen wie eine OCR-Texterkennung, eine mittlerweile sehr leistungsfähige Technologie, bei der der gesamte Lieferschein fotografiert und Textmuster erkannt werden können. Ermöglicht wird dies erst über die Kamera-Technologien von Smartphones und deren sehr leistungsfähige Chip-Technologie. Es gibt also durchaus Fälle, in denen man die Anschaffung der viel kritisierten Consumer-Geräte in Betracht ziehen kann. Auch sie lassen sich hinreichend für extremere Bedingungen ausrüsten, schaut man nur auf die Auswahl von Zubehör oder spezielle Outdoor-Geräte.

„Neben“-Potenziale nutzen

Neben den umzusetzenden Arbeitsprozessen sollte auch auf das Umfeld der Mitarbeiter geschaut werden. In der Fertigung geht es beispielsweise nicht nur um Rückmeldung von Produktionsaufträgen oder die Quittierung von Warenentnahmen. Interessant ist hier die Kombination mit der Mitarbeiter-Zeiterfassung. Sie kann auf demselben Gerät stattfinden, bisweilen sogar über Barcodes oder NFC unterstützt. Ein bequemer Zusatznutzen für den Mitarbeiter und das Unternehmen. Von Benachrichtigungen bis zu Notfall-Funktionen wie der Aufnahme eines schnellen Protokolls zu einem Unfall über die Kamerafunktion oder ein Sprachmemo ist vieles denkbar. Derlei Zusatzoptionen gehören in einer sinnvollen Anwendung aber immer in die zweite Reihe und haben nichts in unübersichtlichen Dashboards oder ablenkenden Dauer-Anzeigen zu suchen.

Techniker überzeugen

Interne IT-Abteilungen stehen heute vor der Herausforderung, auch für kleine Nutzergruppen spezifische mobile Anwendungen anzubieten. Kein leichtes Unterfangen hinsichtlich permanent begrenzter personeller Ressourcen. Die Prozesse in der Intralogistik sind zu weiten Teilen standardisiert und erfordern klare Vorlagen und spezifische Produkte, statt von Null auf entwickelter Individuallösungen. Eines der wichtigsten Anliegen der IT ist die saubere Integration ins vorhandene (und führende) ERP-System. Die Schnittstellen müssen geprüft und für richtig befunden werden, Standards wie Webservices helfen dabei. Die umgesetzten Apps sollten über einen Enterprise Store verteilbar sein und möglichst auf einer sicheren Produktbasis aufsetzen. Spezialanbieter besitzen überdies auch oft Tools, die es internen Entwicklern ermöglichen, spätere Anpassungen selbst durchzuführen. Auch das Management von Geräten soll möglichst einfach sein und die Zahl der eingesetzten Lösungen überschaubar, weil der Wartungsaufwand sonst in die Höhe schnellt. Oft gibt es bereits ein Mobile Device Management für andere Abteilungen wie den Vertrieb oder andere Außendienstler. Das sollte mitbenutzt werden können - auch hier ist es wichtig, auf die Kompatibilität der Hardware zu achten.

An die Benutzer denken

Zufriedene Mitarbeiter sind deutlich produktiver. Vor allem wenn keine Scheu vor den eigenen Werkzeugen besteht. Die Bedienung sollte nicht nur klar sein, sondern Spaß machen. Auch im Arbeitskontext ist dieser Begriff angebracht. Denn will man etwas ungern bedienen, finden sich immer Wege, es zu umgehen oder nicht so wie erwartet zu benutzen. Funktionen zur Behandlung von Spezialfällen dürfen keine umständlichen Prozesse anstoßen, sondern müssen den Mitarbeiter gezielt zur Lösung führen. Das Werkzeug Software wird allerdings immer noch vielerorts nicht von denen bestimmt, die es einsetzen müssen oder die größte Arbeitserfahrung haben. Die Top-Down-Denke, in der IT-Systeme so benutzt werden müssen wie sie sind, ist jedoch nicht mehr zeitgemäß. Die verschiedenen Anforderungen müssen aus fachlicher, technischer, aber vor allem menschlicher Sicht in Einklang gebracht werden. In der Konsumenten-Welt ist das als „Human Centered Design“ längst zum Paradigma erhoben worden. Dort sind es oft die Details, die entscheiden, ob eine App genutzt wird oder nicht. Dieser Anspruch wird aus der privaten in die Arbeitswelt mitgenommen. Schließlich müssen in Zeiten der permanenten Automatisierung die Fähigkeiten des Menschen für komplexere Problemlösungen unterstützt werden, denn hier wird er nach wie vor gebraucht.

Dieser Text erschien auch im Logistik Heute Spezial „Software in der Logistik 2019“.


Michael Buschner

...ist CEO und Gründer der commsult AG und verantwortet die Bereiche Innovation & Product sowie Finance & Administration.

michael.buschner@commsult.de